Historie

Von der Gründung bis zum Verein wie wir Ihn kennen

Die 1950er Jahre

Die Neue Satzung

Aus mündlicher Überlieferung ist bekannt, dass sich der Musikverein an den ersten Fastnachtsveranstaltungen im Vereinshaus beteiligte, die durch den Gemeindepfarrer angeregt wurden. 

Da das katholische Vereinshaus als Schulsaal für den Schulunterricht diente, wurden die Musikstunden in der Gastwirtschaft „Vater Jahn“ abgehalten. 

Im Jahr 1955 gab sich der Katholische  Kirchenmusikverein Weinheim eine neue Satzung.

Die 1960er Jahre

Der Verein wächst und gedeiht

Nachdem im Jahr 1962 der alte Dirigent Heinrich Mauer sein Amt niedergelegt hatte, wurde nach einem neuen musikalischen Leiter gesucht, der die schwierige und halsstarrige Musikerschar wieder zusammenbrachte. In Bornheim wurde der Vorstand fündig und Ludwig Schäfer wurde als Dirigent verpflichtet. Ludwig Schäfer spielte in der Tanzband „Die Goldenen Acht“ die Trompete und war genau der richtige Mann für den Verein. 

Wie viele wissen, leitete er den KMV-Weinheim über einen Zeitraum von 40 Jahren als Dirigent. Mit unermüdlichem Engagement und viel Geduld leitete er die Musikstunden und bildete die Jungmusiker aus. Er kann als Urheber für das genannt werden, was bis in die heutige Zeit aus dem KMV geworden ist. Ihm zur Seite stand auch ein rühriger Vorstand. Der 1. Vorsitzende Willy Frey und der Schriftführer und spätere 1. Vorsitzende Harald Lahr sorgten durch gute und aufopferungsvolle Vereinsarbeit für einen kontinuierlichen Ausbau des Vereins und legten zusammen mit dem Dirigenten den Grundstein für seine heutige Größe. 

Jeder setzte auf seine Art immer wieder Impulse, die die Bläser begeisterten und die Kameradschaft förderten. Dass man mit solchen Persönlichkeiten an der KMV-Spitze in all den Jahren hin und wieder kleine, manchmal auch größere Meinungsverschiedenheiten austrug, ist verständlich. Wo gehobelt wird, fallen auch Späne. Doch die meisten Bläser spürten, dass letztlich um den erfolgreichen Weg des KMV gestritten wurde; und sie zogen mit. Junge engagierte Bläser wuchsen in den Verein und bereits 1964 konnte man sich bei einem Wertungsspielen in Gabsheim auszeichnen. Unter dem „Dreigestirn Frey, Lahr, Schäfer“ entwickelte sich ein lebendiger Verein, der durch viele Aktivitäten auf sich aufmerksam machte. 

Am 01.05.1969 wurde der neue Weinheimer Pfarrer Johannes Bardong in sein Amt eingeführt, der sich ebenfalls für die Belange des Musikvereins einsetzte.

Die Protokollbücher und Akten weisen ab dieser Zeit eine Vielzahl von Aktivitäten aus. Durchschnittlich 60 Einsätze jährlich, ohne die wöchentlichen Musikstunden. Die Mitwirkung des KMV bei allen kirchlichen Festen und vielen kommunalen Anlässen waren immer wieder eine große Bereicherung für das kulturelle Leben unserer 1200 Jahre alten Weinbaugemeinde. 

Darüber hinaus wurde der Musikverein aufgrund seines vielfältigen musikalischen Repertoires weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde bekannt.

Die 1970er Jahre

Die Wilden 70er

17.03.1972 – Gerhard Braun stiftet die Noten des Liedes „Trompetenecho“. Die Noten sind bis zum heutigen Tag im Einsatz.Trompetenecho

21.06. – 01.07.1974 – Erster großer Frankreichurlaub des Musikvereins in unserer späteren Partnergemeinde Lembeye. Die Gastfreundschaft unserer Partnerfamilien war unübertrefflich. Lembeye, Lourdes, die Pyrenäen, der Golf von Biskaya und Paris waren Stationen einer erlebnisreichen Reise.

12.12.1975 – Nach der Musikstunde wurde die Organisation einer Weihnachtsfeier angeregt. Die Weihnachtsfeier fand mit gutem Erfolg statt und ist noch heute ein fester Bestandteil des Jahresprogrammes.

23.05.1976 – Die KMV-Kapelle spielte für die TSG Weinheim anlässlich des Aufstieges in die Bezirksliga.

03.07.1977 – Anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Alzeyer Stadtrechte spielte der KMV in der Antoniterstraße zum Platzkonzert auf.

23.04.1978 – Die KMV-Musiker erhalten mit grünen Westen, die zu schwarzen Hosen und weißem Hemd getragen werden, eine neue Vereinskleidung.

29.04.1978 – „Achtung – Aufnahme – Band läuft!“ Die Schallplattenaufnahmen des KMV in der LNK Alzey erforderte ein Höchstmaß an Konzentration.

Die 1980er Jahre

Der Verein wird älter - 75 Jahre KMV Weinheim

Bereits zum 75. Vereinsjubiläum wurde im Jahr 1985 ein Festbuch aufgelegt. Darin wurden vom damaligen Chronisten Georg Stappert die Aktivitäten bis zum Beginn des Festjahres 1985 eingehend erläutert. Nun war es unsere Aufgabe, die letzten 25 Jahre den Lesern zu schildern.

In diesen 25 Jahren erlebte der KMV viele Höhen und Tiefen mit viel Freude aber auch Leid. Es ist nicht einfach, aus den vielfachen Aktivitäten einen kurzen Abriss herauszufiltern, vor allem, wenn man diese 25 Jahre selbst aktiv miterlebt hat. Für viele Musiker ist es, als ob man in der Chronik seines eigenen Lebens blättert. Beim Lesen der Protokollbücher entdeckt man viele interessante Einträge, lustige Begebenheiten und nachdenkliche Vermerke.

Es gab auch Ereignisse, die Fremde als verrückt bezeichnen würden. Erwähnt sei hier die Wochenendfahrt nach Istrien, um mal kurz die Glocken einer Kirche einzuweihen oder ein Kurztrip nach Bratislawa, um einem dort beruflich gebundenen KMV-Musiker zum 50. Geburtstag ein Ständchen zu spielen.

Als kirchlicher Musikverein umrahmt der KMV-Weinheim zu allen hohen Feiertagen die Gottesdienste in unserer Pfarrgemeinde. So wiederholen sich jedes Jahr die Auftritte an Palmsonntag, den Osterfeiertagen, Weißer Sonntag, Maiandacht, Fronleichnam, Kerb, Gallusfest, Allerheiligen, St. Martin, den Weihnachtsfeiertagen und der Schlussandacht.

Aber es wird nicht nur zum Lobe Gottes, sondern auch zur Freude der Menschen musiziert. Hierzu gehören die unzähligen Ständchen für Vereinsmitglieder an Geburtstagen und Hochzeiten und andere so genannte weltliche Auftritte. Festkapelle waren wir jedes Jahr beim Hoffest im Weingut Rainer Rodrian und bei der Nieder-Wieser Straßen-Kerb der „Doppelten Sechs“. Leider gibt es diese Feste nicht mehr, aber sie sind uns noch in guter Erinnerung geblieben.

Seit Jahrzehnten spielen die KMV-Musiker beim Alzeyer Fastnachtsumzug, beim Festumzug des Westhofener Traubenblütenfestes und dem Kerbeumzug in Ober-Wiesen. Eben solang umrahmen wir als Festkapelle die Feierstunde zur Lehrlingsfreisprechung des Alzeyer Handwerks. Dass wir auch seit Jahrzehnten bei den vereinseigenen Fastnachtssitzungen und Jahreskonzerten spielen, muss wohl nicht besonders erwähnt werden.

Neben diesen ständig wiederkehrenden Musikauftritten kommen jedes Jahr noch Aktivitäten der unterschiedlichsten Form hinzu. Das muss nicht immer was mit Musik zu tun haben. Auch bei Fußballturnieren und als Handwerker bei der Gestaltung von Kunstbauwerken für die SWR1-Gemeinde konnten die KMV-Mitglieder ihr Talent beweisen.

Das dreitägige Jubiläumsfest des KMV wurde in einem großen Festzelt auf dem Sportplatz gefeiert. Eröffnet wurde der Festreigen mit einem Tanzabend der Kapelle „The New Gamblers“. Am Samstag fanden die offiziellen Feierlichkeiten mit Reden der Ehrengäste und des Schirmherren im Festzelt statt. Die musikalische Umrahmung hatten der evang. Posaunenchor Weinheim und der MGV Gundersheim übernommen. Einen musikalischen Höhepunkt setzte die Trachtenkapelle aus Lavamünd/Österreich.

Der Sonntagabend stand ganz im Zeichen der Dorfvereine. Beim so genannten Dorfgemeinschaftsabend gratulierten die Vereinsvertreter mit Grußworten dem KMV zum Jubiläum. Zur Unterhaltung wirkten die Gesangsgruppe der Feuerwehr Offenheim, die evangelischen und katholischen Kirchenchöre von Weinheim, der Sängerkranz Alzey und die TSG-Jazzgymnastikgruppe mit. Nach dem bunten Programm spielte die Big Band „Volker von Alzey“ zum Tanz auf. Am letzten Abend klang das Fest mit einem Konzert der Polizeikapelle Rheinland-Pfalz aus. Anstrengende Festtage gingen damit zu Ende, die nur dank der vielen Helfer zu bewältigen waren.